Samstag, 12. September 2026

Dagmartærte

Obwohl ich mir nach dem Backen der Pfingstrosen vorgenommen hatte, vorerst keine weiteren Rolls aus Plunderteig zu backen, werde ich nun doch rückfällig. Der Grund ist Dagmar, genauer gesagt eine Dagmartærte. Das ist eine dänische Spezialität aus Plunderteig. Ihre Füllung besteht aus zwei Komponenten. Zum einen aus Zimtbutter und zum anderen aus Vanillecreme. Das klingt nicht nur nach vielen Kalorien, sondern auch nach viel Arbeit. Aber diese Arbeit macht Spaß. Also ab in de Kök!

Zutaten für den Teig
320 g Dinkelmehl, Type 630
21 g frische Hefe
150 ml lauwarme Milch
50 g Zucker
1 Prise Salz
2 g Kardamom
1 Ei Größe L
250 g Butter zum Tourieren

Zubereitung des Hefeteigs

  • Die Hefe in einem Teil der lauwarmen Milch auflösen. Das Mehl in eine Schüssel geben, in der Mitte eine Mulde drücken und die aufgelöste Hefe hineingießen. Mit etwas Mehl vom Rand zu einem weichen Vorteig verrühren. Mit dem restlichen Mehl bedecken. Die Schüssel mit Frischhaltefolie abdecken und an einem warmen Ort 15 Minuten lang stehen lassen, bis sich in der Mehlabdeckung Risse bilden.
  • Bis auf die Butter alle weiteren Zutaten zum Hefeteig hinzufügen und zu einem geschmeidigen Teig kneten. Den Teig abermals gut abgedeckt für weitere 60 Minuten gehen lassen.
  • In dieser Zeit die Butter in einem Gefrierbeutel (25 cm x 30 cm) zu einem Rechteck von 25 cm x 28 cm ausrollen. Die restlichen 2 cm umschlagen und in den Gefrierschrank legen.
  • Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem Rechteck (30 cm x 52 cm) ausrollen. Die Butter aus der Kühlung nehmen, den Beutel aufschneiden und die Butterplatte auf eine Hälfte des ausgerollten Teigs legen. Dabei einen 1 cm breiten Rand frei lassen und mit etwas Wasser anfeuchten. Die freie Seite über die Butter klappen und die Ränder leicht andrücken. Dann den Teig für vier Stunden in Frischhaltefolie eingepackt in den Kühlschrank legen. 
  • Nach der Ruhezeit das Teigpaket auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem Rechteck von etwa 30 cm x 40 cm ausrollen. Eine Seite zu einem Drittel einklappen, die andere Seite darüber falten. Das Teigpaket erneut für vier Stunden in den Kühlschrank legen.
  • Den Vorgang noch zweimal wiederholen. 

Während der letzten Ruhephase wird die Vanillecrem und die Zimtbutter zubereitet:

Zutaten für die Vanillecreme
2 Eier Größe L
40 g Speisestärke
1 Vanilleschote
2 TL Vanillezucker
40 g Zucker
250 ml Vollmilch

Zubereitung der Vanillecreme

  • Die Vanilleschote der Länge nach einritzen und das Mark mit dem Messerrücken auskratzen.
  • Die Eier trennen und das Eiweiß für andere Zwecke im Kühlschrank aufbewahren.
  • Die Eigelbe mit dem Vanillezucker in einer Rührschüssel mit einem Handrührgerät cremig rühren.
  • Etwas von der Milch abnehmen und die Speisestärke darin auflösen.
  • Die restliche Milch zusammen mit dem Zucker, der Sahne und dem Vanillemark in einem Topf unter Rühren kurz aufkochen.
  • Den Topf vom Herd nehmen und die aufgelöste Stärke unter Rühren hinzufügen. Unter ständigem Rühren noch einmal aufkochen, bis die Mischung eindickt. Zum Abschluss die Eiercreme unterrühren.

Zutaten für die Zimtbutter

100 g zimmerwarme Butter
100 g Rohrohrzucker
1 TL Zimt

Zubereitung der Zimtbutter
Die Butter zusammen mit dem Zucker und dem Zimt mit Hilfe einer Gabel gut vermengen.

Die abschließende Zubereitung
  • Den Backofen auf 200 °C Ober- und Unterhitze (180 °C Umluft) vorheizen und eine Springform* mit 26 cm Durchmesser mit Backpapier auslegen.
  • Den Teig ein letztes Mal aus dem Kühlschrank nehmen und zu einem Rechteck von 28 cm x 56 cm ausrollen. Davon ein Quadrat mit den Maßen 28 cm x 28 cm abtrennen und damit den Boden der vorbereiteten Springform auslegen. Darauf erst ein Drittel der Zimtbutter und dann ein Drittel der Vanillecreme auftragen. Auf dem verbliebenen Quadrat zunächst die Zimtbutter und dann die Vanillecreme verstreichen. Dabei am oberen und unteren Rand einen fingerbreiten Streifen frei lassen. Nun von der Längsseite her aufrollen und sieben Scheiben mit einer Dicke von jeweils 4 cm schneiden. Die Rollen in die Springform stellen und gut abgedeckt für weitere 30 Minuten ruhen lassen.
  • Anschließend die Form in den mittleren Einschub des vorgeheizten Backofens schieben und bei 200 °C Ober- und Unterhitze (180 °C Umluft) etwa 30 Minuten lang goldbraun backen. Falls der Kuchen bereits vor Ablauf der Backzeit die gewünschte Bräune erreicht hat, mit einem Stück Alufolie abdecken.

Während der Backzeit die Zuckerglasur zubereiten:

Zutaten für die Glasur

100 g Puderzucker
1 EL heißes Wasser
1 TL Backkakao

Zubereitung der Glasur

Den Puderzucker mit heißem Wasser zu einer glatten Glasur anrühren. Einen Teil der Schnecken mit dem weißen Zuckerguss glasieren. Anschließend den Kakao in den übrigen Guss rühren und damit die restlichen Schnecken glasieren.




Nach so viel Arbeit und Mühe schmeckt es besonders gut.

*) Bei diesem Backvorhaben habe ich einen verstellbaren Tortenring verwendet.

Mittwoch, 2. September 2026

Zwetschgen Galette

Endlich ist es so weit: Die ersten Zwetschgen werden auf dem Wochenmarkt angeboten. Die Früchte standen schon seit einiger Zeit auf meiner Wunschliste. Dabei geht es mir weniger um die Früchte selbst als um das, was von ihnen normalerweise bleibt: die Kerne. Um an diese zu kommen, muss ich das Fruchtfleisch jedoch erst verarbeiten. Dafür habe ich mir ein Rezept aus einem Gratismagazin vom Supermarkt herausgesucht und es nach meinen Vorstellungen angepasst.
Ich wollte das Eiweiß, das bei der Füllung übrig geblieben ist, nicht wegwerfen, also habe ich es zu Eischnee geschlagen und noch 50 g Puderzucker eingerührt. Anschließend habe ich die Masse in einen Spritzbeutel gefüllt und nach 20 Minuten Backzeit kleine Tupfen damit auf die Galette gesetzt. Dann habe ich sie noch 20 Minuten bei 120 °C weitergebacken.

Zutaten für den Mürbeteig 
75 g Rohrohrzucker 
2 TL Vanillezucker 
1 Prise Salz 
150 kalte Butter 
1 Ei
80 g gemahlene Mandeln 
200 g Dinkelmehl (Type 630)

Zutaten für die Füllung 
150 ml Milch
40 g Zucker 
1 Tonkabohne 
10 g Speisestärke 
200 g Ricotta
1 Eigelb Ei

Zutaten für den Belag 

500 g Zwetschgen
1 TL Zimt 
40 g Zucker 
50 g gehobelte Mandeln
1 Eiweiß
50 g Puderzucker

Zubereitung
  • Die Zutaten für den Mürbeteig in eine Schüssel geben und zügig mit einem Handrührgerät durchkneten. Bei Bedarf etwas Milch unterkneten. Den Teig zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie einwickeln und für eine Stunde in den Kühlschrank legen.
  • Die Speisestärke in einem Becher mit etwas Milch auflösen. Die restliche Milch mit dem Zucker in einen Topf geben. Die Tonkabohne hineinreiben und unter Rühren kurz aufkochen lassen. Die aufgelöste Speisestärke hinzufügen und unter Rühren nochmals aufkochen. Den Topf vom Herd nehmen. Nachdem die Masse etwas abgekühlt ist, Ricotta und Eigelb unterrühren. 
  • Die Zwetschgen abspülen, halbieren und die Kerne entfernen *. Den Zucker mit dem Zimt vermengen. 
  • Den Ofen auf 160 °C Umluft (180 °C Ober-und Unterhitze) vorheizen. Den Teig mit den Händen kurz geschmeidig kneten und dann auf einem Bogen Backpapier zu einem runden Fladen mit einem Durchmesser von 30 cm ausrollen. Zunächst die Ricottacreme gleichmäßig darauf verstreichen. Dabei rundherum einen vier Zentimeter breiten Rand frei lassen. Darauf nun die Zwetschgenhälften verteilen. Zum Schluss den Zimtzucker und die Mandelplättchen darüber verstreuen. Den freien Rand zur Mitte hin einfalten.
  • Die Galette mit dem Backpapier auf ein Backblech heben und im mittleren Einschub bei 160 °C Umluft für 20 Minuten vorbacken. 
  • Das Eiweiß zu Eischnee schlagen und den Puderzucker langsam einrieseln lassen. Anschließend in einen Spritzbeutel füllen und kleine Tupfen damit auf die Galette setzen.
  • Die Temperatur auf 120 °C Umluft reduzieren und für weitere 20 Minuten in den Ofen schieben.



Noch lauwarm servieren, dann schmeckt es am besten. 

*) Die Kerne werden für ein Projekt verwertet, das im März des kommenden Jahres veröffentlicht werden soll - wenn es dann gelingt. Gut Ding will Weile haben 😋


Freitag, 28. August 2026

Brombeergelee

Bisher tat ich mich immer schwer, wenn es beim Einkochen von Marmelade abzuschätzen, wie viele Gläser ich benötigen würde. Wenn ich zu einem Liter Saft 500 Gramm Gelierzucker (2:1) gebe, erhöht sich das Volumen dann auf 1,5 Liter? Nein, da der Zucker in der Flüssigkeit gelöst wird, lassen sich die Massen nicht einfach addieren. Wenn man in einem Liter Wasser 500 Gramm Zucker auflöst, vergrößert sich das Volumen, nach Angaben aus dem Internet, um 315 ml. Wie verhält es sich dann bei Säften oder Früchten zum Einkochen von Konfitüre? Gilt dort der gleiche Faktor? Bei dem anstehenden Projekt für ein Brombeergelee werde ich es einmal nachprüfen können.


Die Beeren am Bahndamm sind reif.

Reiche Ernte.

Hinter dem Bahndamm der U-Bahnlinie U3, nur wenige Meter von unserer Haustür, fließt die Seebek durch einen Grünstreifen. Dort wuchern in dieser Jahreszeit dichte Brombeerhecken. Beim Spaziergang wandert ab und zu eine Brombeere in den Mund. Kurz entschlossen begebe ich mich wieder nach Hause und kehre mit einem kleinen Spielzeugeimer zurück. Allzu groß ist meine Ausbeute dann doch nicht, aber für ein bis zwei Gläser Gelee könnte es reichen. Abgeschmeckt wird dieser Brotaufstrich später mit einer Prise frisch geriebener Tonkabohne.

Zutaten
1 Tonkabohne
600 g Brombeeren ergab 400 ml Saft
200 g Gelierzucker 2:1

Vorbereitung
Die Marmeladengläser und Deckel im kochenden Wasser sterilisieren. Eine Messerspize Zitronensäure verhindert nicht nur, dass sich Kalk an den Gläsern absetzt, sondern unterstützt auch die Sterilisation.

Zubereitung
Die Brombeeren abspülen und abtropfen lassen. Anschließend in einem Topf mit einem Esslöffel Wasser bei mittlerer Hitze unter gelegentlichem Umrühren aufkochen. Dann die Beeren durch ein Sieb passieren. Den Saft erneut aufkochen, den Gelierzucker unterrühren und mit einer Prise frisch geriebener Tonkabohne abschmecken. Den Sud sechs Minuten lang köcheln lassen. Nach erfolgreicher Gelierprobe das Gelee in die sterilisierten Gläser füllen, den Rand bei Bedarf gründlich reinigen und mit den Deckeln verschließen. Zum Abkühlen die Gläser über Kopf abstellen.


Noch einfacher geht's mit fertigem Brombeersaft aus der Flasche.

Fazit: Die oben erwähnte Theorie lässt sich offenbar nicht 1:1 auf Säfte anwenden. Aus 600 g gepflückten Brombeeren erhielt ich 400 ml Saft. Mit den dazu benötigten 200 g Gelierzucker ergab sich eine Füllmenge für zwei Gläser mit einem Gesamtvolumen von etwa 430 ml. Vermutlich wird das Volumen durch das Einkochen verringert.

Samstag, 22. August 2026

Spaghetti al limone

Der amüsante Kriminalroman, "O sole mio!" von Johanna Alba und Jan Chorin spielt in einem kleinen Fischerdorf an der Amalfiküste. Der Papst macht dort heimlich Urlaub bei seinem Freund Pater Guiseppe, der sich während seiner Abwesenheit vom Papst inkognito vertreten lässt. Doch dann kommt, Raffaele, ein Mitglied seines Boccia-Teams, auf rätselhafte Weise ums Leben. Im Dorf gibt es Getuschel. Um den Gerüchten entgegenzutreten, beginnt der Papst mit eigenen Ermittlungen. Dabei unterstützt ihn die für ihre Kochkünste bekannte Haushälterin des Dorfpfarrers. Ihre "spaghetti al limone" kommen nicht nur beim Papst gut an. Es machte sehr viel Spaß die Geschichte mit zahlreichen Verwechselungen zu lesen, nun freue ich mich aufs Kochen. Vado in cucina!

Zutaten
250 g Spaghetti
1 Bio Zitrone
25 g Grana Padano
100 g Sahne
50 g Butter
Frisch gemörserter weißer Pfeffer und Salz zum Abschmecken der Soße

Zubereitung

  • Die Zitrone unter heißem Wasser abspülen, abtrocknen, die Schale abreiben und den Saft auspressen.
  • In einem Topf Wasser zum Kochen bringen und einen Teelöffel Salz hinzufügen. Sobald es kocht, die Spaghetti in den Topf hineingleiten und nach Packungsangaben garen lassen.
  • Die Butter in einer Pfanne zerlassen. Dann den Saft und den Abrieb der Zitrone dazugeben und bei milder Hitze etwa fünf Minuten lang unter gelegentlichem Umrühren ziehen lassen. Anschließend die Sahne zusammen mit dem frisch geriebenen Grana Padano unterrühren, bis der Käse geschmolzen ist. Mit weißem Pfeffer und einer Prise Salz abschmecken.
  • Sobald die Nudeln den gewünschten Garpunkt erreicht haben, werden sie tropfnass aus dem Topf in die Pfanne gegeben und mit der Zitronensoße vermischt. Sollten die Spaghetti noch nicht schlotzig genug sein, kann etwas Nudelwasser aus dem Topf hinzugefügt werden.
  • Zum Servieren stellt man den Grana Padano mit einer Reibe auf den Tisch, damit man bei Bedarf nachwürzen kann.

Für die italienischen Momente auf einem Hamburger Balkon.

Fazit: Mit der Zugabe des Zitronensaftes in die Soße war ich vorsichtig und habe nicht den ganzen Saft der Zitrone auf einmal hinzugegeben, sondern nach und nach in kleinen Mengen, bis mir das Ergebnis geschmeckt hat.

Sonntag, 16. August 2026

Citrus-Bobbes

Die Schokoladen-Bobbes zählen mit zu den beliebtesten Rezepten auf meinem Blog und werden häufig gelesen. In den Kommentaren wurde schon eine spannende Anregung geäußert: Eine neue Füllung mit Cranberries und Orangeat. Besonders die Idee, kandierte Orangenschalen in die Füllung zu integrieren, hat es mir angetan. Deshalb möchte ich diese Variante nun aufgreifen und sie mit Lemon Curd kombinieren. Dank dem Abrieb und dem Saft einer Limette, verpasse ich dem Mürbeteig auch noch eine Citrusnote.

Zutaten für den Teig

200 g weiche Butter
100 g Zucker
1 Prise Salz
2 Eier Größe M
1 Natur Limette 
350 g Mehl
50 g Speisestärke
1 TL Backpulver

Zutaten für die Füllung

Lemon Curd
Orangeat
Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung
  • Die Limette heiß abspülen, abtrocknen, die Schale abreiben und den Saft auspressen. Die Butter und den Zucker cremig rühren. Nach und nach die Eier, den Limettenabrieb, einen Spritzer Limettensaft und eine Prise Salz unterrühren. Das Mehl mit dem Backpulver vermengen, über die Masse sieben und kurz zu einem glatten Teig verkneten. Anschließend zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie einwickeln und für eine Stunde in den Kühlschrank legen. 
  • Den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.
  • Den Mürbeteig aus dem Kühlschrank nehmen und zu einem Rechteck von 42 cm Länge und 30 cm Breite ausrollen. Das Lemon Curd gleichmäßig auf den Teig verstreichen, dabei am oberen und unteren Rand jeweils einen fingerbreiten Streifen frei lassen. Anschließend das kleingehackte Orangeat darauf verteilen. Den Teig zunächst in 7 cm breite Streifen und dann parallel zur Längsseite in der Mitte mit einem Pizzaroller teilen. Nun die Streifen von der Mitte nach außen hin aufrollen und die Röllchen auf das vorbereitete Backblech legen.
  • Die Bobbes auf der mittleren Schiene im vorgeheizten Backofen bei 180 °C Ober- und Unterhitze etwa 15 Minuten goldgelb backen.
  • Die fertigen Bobbes abkühlen lassen und abschließend mit Puderzucker bestäuben. 



Kleingebäck mit einer frischen Note für den Sommer.

Donnerstag, 6. August 2026

Lemon-Crumble-Muffins

Mein selbstgemachtes Lemon Curd ist sehr gefragt. Egal, ob als Brotaufstrich, als Backzutat oder einfach direkt aus dem Glas gelöffelt. Deshalb habe ich immer gerne ein Glas vorrätig. Mir ist nicht bekannt, wie lange selbstgemachtes Lemon Curd haltbar ist. Darum verarbeite ich es immer zeitnah. Als ein kleines Dankeschön habe ich bereits einmal Muffins mit Zitronenaroma gebacken. Nun möchte ich das für den Eigengebrauch noch einmal nachholen. Dazu erhalten die Muffins ein Herz aus Lemon Curd und ein Topping aus Lemon Crumble.

Zutaten für die Crumble
100 g Dinkelmehl Type 630
40 g Zucker
1 TL Vanillezucker
1 Prise Salz
50 g Butter
1 Bio-Zitrone

Zutaten für den Teig
1 Bio-Zitrone
75 g Zucker 
1 TL Vanillezucker 
1 Prise Salz 
1 Ei Größe L 
150 g Joghurt griechischer Art 
100 g Sonnenblumenöl 
150 g Dinkelmehl Type 630
½ Tütchen Backpulver
1 gestr. TL Natron
Lemon Curd für die Füllung

Zubereitung

  1. Für den Streuselteig die Zitrone heiß abspülen, abtrocknen und die Schale abreiben. Einen Teelöffel davon und einen Spritzer Saft zusammen mit den restlichen Zutaten mit den Händen zu einem krümeligen Teig kneten.
  2. Weiter geht es mit dem Muffinteig. Dafür die Zitrone abspülen, abtrocknen, die Schale abreiben und den Saft auspressen. Den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze (160 °C Umluft) vorheizen. Die Silikonbackförmchen auf einem Backblech bereitstellen.
  3. Zucker und Salz mit dem Ei in einer Rührschüssel schaumig rühren. Anschließend das Öl, den Joghurt und die Hälfte des Zitronenabriebs unter die Eiermasse rühren.
  4. Das Mehl, das Natron sowie das Backpulver miteinander vermengen, in die Rührschüssel sieben und alles zu einem geschmeidigen Teig verrühren.
  5. Die Förmchen zunächst bis zu einem Drittel mit dem Teig befüllen, einen Teelöffel Lemon Curd hineingeben und mit weiterem Teig bis zu zwei Dritteln auffüllen.
  6. Nun die Streusel auf die gefüllten Förmchen verteilen. Anschließend die Muffins im mittleren Einschub im vorgeheizten Ofen bei 180 °C Ober- und Unterhitze (160 °C Umluft) etwa 25 Minuten goldbraun backen.


Außen knusprig, innen saftig.

Fazit: Eines unserer Enkelkinder hat es vor Begeisterung einfach umgehauen. Die übrigen schwärmen von meinen Schoko-Muffins.

In einem zweiten Anlauf habe ich die Menge der Streusel noch einmal verdoppelt 
und eine halbe Tonkabohne frisch in den Streuselteig hineingerieben.

Dienstag, 28. Juli 2026

Lángos mit Pfannengemüse

War es nun auf dem Hafengeburtstag oder dem Straßenfest auf der Eppendorfer Landstraße? Ganz genau kann ich das nicht mehr sagen. Nur dass sie lecker geschmeckt haben. Die Rede ist von Lángos. Einer ungarischen Streetfood-Spezialität. Das knusprige Schmalzgebäck wird je nach Lust und Laune mit Schmand, Paprika, Tomaten oder Speck belegt – gerade worauf man Appetit hat. Zum krönenden Abschluss streut man frisch geriebenen Käse darüber, und schon ist der kleine Imbiss fertig.

Zutaten für den Teig
250 g Dinkelmehl Type 630
20 g frische Hefe
1 Prise Zucker
75 ml lauwarmes Wasser
1 EL Olivenöl
1 Prise Salz
75 ml lauwarme Milch
Öl oder Fett zum Frittieren

Zutaten für den Belag
Kräterfrischkäse
1 rote Zwiebel
1 kleine Dose Mais
1 grüne Peperoni
1 rote Paprikaschote
Öl zum Anbraten
Frisch geriebener Parmesankäse

Zubereitung
  • Die Hefe mit einer Prise Zucker in dem lauwarmen Wasser auflösen. Das Mehl in eine Schüssel sieben, in die Mitte eine Mulde drücken und die aufgelöste Hefe hineingießen. Mit etwas Mehl vom Rand zu einem weichen Vorteig verrühren. Mit weiterem Mehl vom Rand bedecken. Die Schüssel mit Frischhaltefolie abgedeckt an einem warmen Ort für 15 Minuten abstellen. Nach der Ruhezeit die restlichen Zutaten zugeben und zu einem geschmeidigen Teig kneten. Abermals gut abgedeckt den Teig für weitere 60 Minuten gehen lassen. Während der Ruhephase alle 10 Minuten den Teig kurz durchfalten.
  • Auf einer bemehlten Arbeitsfläche den Teig kurz durchkneten und in vier Portionen teilen. Anschließend zunächst rund wirken und dann zu einem Fladen ausziehen, dessen Ränder etwas dicker sind. Die Teiglinge abgedeckt noch 30 Minuten ruhen lassen.
  • In der Zwischenzeit das Fett in einem Topf auf 175 °C erhitzen. Wer kein Thermometer hat, kann einen Holzspieß in das heiße Fett tauchen. Sobald sich die ersten Bläschen bilden, ist die richtige Temperatur erreicht und die Hitzezufuhr kann reduziert werden (bei meinem Elektroherd steht der Regler dann zwischen 4 und 5 von maximal 9).
  • Die Teigfladen im heißen Fett von beiden Seiten goldgelb ausbacken. Mit einer Schaumkelle die Lángos aus dem Topf auf einen mit Küchenkrepp ausgelegten Teller ablegen, damit das überschüssige Fett aufgesaugt wird.
  • Den Mais abgießen, die Zwiebel abpellen und kleinschneiden. Die Paprika und die Peperoni abspülen, entkernen und in kleine Stücke schneiden. Das Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebeln glasig andünsten. Anschließend das restliche Gemüse kurz andünsten.
  • Die Lángos mit Kräuterfrischkäse bestreichen, etwas Pfannengemüse darauf verteilen und zum Schluss etwas frisch geriebenen Parmesankäse darüber streuen.



ich konnte es nicht mehr abwarten

Samstag, 18. Juli 2026

Zitronenjette

Neben dem wohl berühmtesten Hamburger Original, dem Wasserträger Hummel, zog im ausgehenden 19. Jahrhundert die Zitronenjette als fliegende Händlerin durch Hamburgs Straßen. An ihrem Arm ein Korb voll mit Zitronen. Mit dem Ausruf: "Zitroon, Zitroon, frische Zitroon!" preiste sie ihre Ware an.
Mir ist kein spezielles Rezept bekannt, das ihr zugeschrieben wird. Weil mir die Bezeichnung "Zitronenschichtdessert mit Schokoladenkekskrümeln" zu lang und umständlich erschien, suchte ich nach einem kurzen und einprägsamen Namen für meine Nachspeise mit Lemon Curd und einer Zitronencreme aus Quark und Frischkäse. Als geschmacklichen Kontrapunkt habe ich knusprige Chocolate-Crumbs dazwischen gestreut. So kam der zitronenlastige Nachtisch zu seinem Namen: Zitronenjette.

Zutaten für 4 Portionen
1 Bio-Zitrone
200 g Magerquark
200 g Frischkäse
50 g Puderzucker
8 Chocolate Cookies
4 EL Lemon Curd
Raspel-Schokolade für die Garnitur

Zubereitung
Die Zitrone abspülen, abtrocknen, die Schale abreiben und den Saft auspressen.
Den Quark zusammen mit dem Frischkäse und dem Puderzucker zu einer glatten Masse verrühren. Anschließend mit Zitronensaft und -Abrieb abschmecken. Jeweils einen Keks zerbröseln und als unterste Schicht in ein Glas geben. Darauf einen Esslöffel Lemon Curd und ein Achtel vom Zitrusquark füllen. Es folgt wieder ein zerkrümelter Keks und anschließend ein Achtel Zitrusquark. Zum Abschluss mit buntem Dekozucker bestreuen.


"Zitroon, Zitroon, frische Zitroon!"

 nu' is' Schicht im Glas

Sonntag, 12. Juli 2026

Chokolade-Vla

Wenn wir Geschwister allein zu Hause waren und uns selbst versorgen mussten, gab es meist eine einfache Milchsuppe mit Nudeln. Nach einigen Versuchen hatten wir den Dreh raus, die Milch nicht überkochen oder anbrennen zu lassen. Für diejenigen unter uns, die sich vor Milchsuppe ekelten, gab es eine Schokoladensuppe. Dazu rührten wir einfach eine Packung Schokoladenpudding mit der doppelten Menge Milch an – genau wie auf der Packung empfohlen, nur eben etwas großzügiger. 😋
Daran musste ich wieder denken, als ich nach einer passenden Soße für ein Dessert suchte. Etwas raffinierter sollte sie schon sein. Trotzdem kam ein einfaches Rezept mit wenigen Zutaten heraus. Wobei man den Geschmack durch die Menge der einzelnen Zutaten anpassen kann. 
Dabei entstand so ganz nebenbei ein neues Vla-Rezept, das nun die Kategorie "niederländischen Küche" bereichert.

Zutaten

200 g Sahne 30%
100 ml Milch 1,5%
100 g Schokolade mit 74% Kakaoanteil
40 g Zucker
20 g Vanillezucker
1 TL Speisestärke

Zubereitung
Die Schokolade in grobe Stücke brechen. Die Hälfte der Milch mit der Sahne bei mittlerer Temperatur unter ständigem Rühren erwärmen. In der übrigen Milch die Speisestärke auflösen. Die Schokoladenstücke und den Zucker in den Topf geben und so lange rühren, bis sich alles aufgelöst hat. Anschließend die aufgelöste Speisestärke unter ständigem Rühren zugeben und kurz aufkochen. Den Topf vom Herd nehmen und die Schokoladensoße abkühlen lassen.

Die passende Konsistenz für einen Vla.

Vielleicht etwas zu kräftig für die kleinen Schleckermäuler.


Fazit: Wenn der Vla noch warm ist, ist er flüssig und eignet sich hervorragend als Dessertsoße. Nachdem der Vla komplett ausgekühlt ist, gleicht er von der Konsistenz eher einem Pudding. Deshalb kann man ihn, einem Trend folgend, auch mit einer Gabel genießen.

Montag, 6. Juli 2026

Caramel-Peanut-Rolls

Es ist wieder einmal an der Zeit, um ein paar leckere Hefeteigschnecken zu backen. Heute übernimmt crunchy Erdnussbutter die Hauptrolle. Doch auch Karamellbonbons spielen wieder eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Kurz bevor die Schnecken in den Ofen wandern, werden sie noch mit etwas Ahornsirup beträufelt und mit gehackten Erdnüssen bestreut.

Zutaten für den Teig
250 g Dinkelmehl Type 630
125 ml lauwarme Milch
20 g frische Hefe
60 g Rohrohrzucker
1 Prise Salz
50 g weiche Butter

Zutaten für die Füllung
250 g crunchy Peanutbutter
180 g weiche Sahne-Karamell-Bonbons

Zutaten für den Überzug

50 g ungesalzene Erdnüsse
1 Ei
Ahornsirup

Zubereitung

  • Die Hefe mit dem Vanillezucker in einem Teil der Milch auflösen. Das Mehl in eine Schüssel geben, in der Mitte eine Mulde drücken und die aufgelöste Hefe hineingießen. Mit etwas Mehl vom Rand zu einem weichen Vorteig verrühren und mit weiterem Mehl bedecken. Den Vorteig zugedeckt an einem warmen Ort 20 Minuten ruhen lassen, bis sich Risse in der Mehlabdeckung zeigen.
  • Anschließend den Vorteig mit der restlichen Milch, der Butter, einer Prise Salz und dem restlichen Zucker zu einem geschmeidigen Teig kneten, bis er sich vom Schüsselrand löst. Den Teig für weitere 60 Minuten zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen. Dabei alle 20 Minuten den Teig kurz zusammenfalten.
  • In der Zwischenzeit die Karamellbonbons in kleine Stücke hacken, die Erdnüsse grob hacken und eine rechteckige Auflaufform mit Backpapier auslegen. Die Erdnussbutter in einem Topf erwärmen, damit sie sich später besser auf dem Teig verstreichen lässt.
  • Den Hefeteig auf einer bemehlten Arbeitsfläche kurz durchkneten, zu einem Rechteck (40 cm x 35 cm) ausrollen und mit Erdnussbutter bestreichen. Dabei am oberen und unteren Rand einen fingerbreiten Rand frei lassen. Anschließend die gehackten Karamellbonbons darauf verstreuen. Dann von der Längsseite her aufrollen. Die Rolle in 5 cm breite Scheiben schneiden und in die vorbereitete Form stellen. Dort können sie abgedeckt für weitere 30 Minuten an einem warmen Ort aufgehen.
  • Während der Wartezeit den Backofen auf 180 °C Umluft vorheizen. Das Ei trennen und das Eiweiß für eine spätere Verwendung im Kühlschrank aufbewahren. Das Eigelb verquirlen und die Teiglinge vor dem Backen damit bestreichen, die gehackten Erdnüsse darüber streuen und mit Ahornsirup beträufeln. 
  • Nach der letzten Ruhezeit werden die Rolls im vorgeheizten Backofen bei 180 °C Umluft für etwa 25 Minuten goldbraun gebacken.



Caramel-Peanut-Rolls mit großem mmhhhh-Faktor

Dienstag, 30. Juni 2026

Rupp't Pannkoken

Wenn der Magen knurrt und der Kühlschrank leer ist, ist Fantasie gefragt. Im Kühlschrank liegt nur ein einsames kleines Würstchen. Als ich die Milchpackung schüttle, klingt es, als wäre noch ein Schluck drin. Vielleicht gerade ausreichend für einen Pfannkuchen. Außerdem finde ich einen Rest Parmesankäse in einer Frischhaltebox. Eier sind noch ausreichend vorhanden und in der Vorratsschublade finde ich eine kleine Dose Mais. Pfannkuchen mit Mais und Würstchen? Da die Zutaten nur für einen Selbstversuch reichen, gehe ich das Wagnis ein. Den Pfannkuchen bereite ich nach Art eines Kaiserschmarrens zu. Nachdem er von beiden Seiten leicht angebraten ist wird er in der Pfanne zerteilt und der Mais und die Wurststückchen dazugegeben. Mit etwas frisch geriebenem Parmesan wird das Ganze noch auf dem Herd noch einmal in der Pfanne geschwenkt.

Zutaten
1 Ei
1 Prise Salz
80 g Mehl
100 ml Milch
2 EL Dosenmais
1 kleines Wiener Würstchen
Fett zum Anbraten

Zubereitung
  • Den Mais in ein Sieb geben und abtropfen lassen und das Würstchen in kleine Stücke schneiden.
  • Das Ei trennen. Das Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen. Das Eigelb zusammen mit dem Mehl und der Milch verrühren und einige Minuten quellen lassen. Anschließend den Eischnee unterheben. 
  • Das Fett in einer Pfanne bei mittlerer Temperatur erhitzen. Den Teig in die Pfanne geben und den Pfannkuchen von beiden Seiten leicht anbraten. Dann mit dem Pfannenwender den Pfannkuchen in mundgerechte Stücke zerteilen. Den Mais und die Würstchenscheiben mit anbraten. Abschließend Parmesankäse frisch mit in die Pfanne reiben. Noch ein oder zweimal die Pfanne auf dem Herd schwenken, dann ist der "rupp't Pannkoken" fertig.
"rupp't Pannkoken"*, meine norddeutsche Interpretation des
Kaiserschmarrns, in einer herzhaften Variante.

Das schmeckt!

*)rupp't Pannkoken - zerrupfter Pfannkuchen

Samstag, 20. Juni 2026

Oma Doris Semmelknödel


Erst als unser ältester Sohn danach fragte, wurde ich wieder auf dieses alte Familienrezept aufmerksam gemacht. Es stammt ursprünglich von seiner Großmutter Dori. Sie hatte es einmal sorgfältig aufgeschrieben und ihrer Tochter übergeben. Anfangs servierte sie die Semmelknödel zusammen mit ihrem Gulasch. Später bevorzugten wir Kartoffelklöße oder Nudeln als Beilage. Auf Nachfrage haben wir unserem Sohn eine Kopie des Rezepts auf sein Handy geschickt. Es blieb nicht aus, dass er noch einige Fragen hatte. Besonders irritierte ihn dieses merkwürdige Zeichen in der Zutatenliste vor dem Mehl. Das Pfundzeichen war ihm nicht geläufig. Wir als seine Eltern mussten uns während unserer Schulzeit noch damit herumschlagen. Nachdem auch diese Frage geklärt war, plante er ein Essen im Familienkreis, zu dem wir herzlich eingeladen waren. Es gab Oma Doris Semmelknödel mit Mamas Gulasch. Für die (Ur)Enkel gab es alternativ noch Kartoffelklöße und Nudeln. Als Chronist habe ich das Rezept nun für die Nachwelt notiert.

Oma Doris Originalrezept

Zutaten
altbackene Brötchen
2 Bunde Petersilie
3 Bunde Schnittlauch
2 Zwiebeln
½ TL Salz
½ frisch geriebene Muskatnuss
½ TL Pfeffer
1 Ei
500 g Mehl
Fett zum Andünsten der Zwiebeln

Zubereitung

  • Die Brötchen in Würfel schneiden und in der Milch einweichen. Die Petersilie und den Schnittlauch abspülen, trocken tupfen und kleinhacken. Die Zwiebel abpellen, in kleine Würfel schneiden und zusammen mit den gehackten Kräutern bei mittlerer Hitze goldbraun anrösten. Anschließend aus der Pfanne auf ein Küchenkrepp ablegen, damit das überschüssige Fett aufgesogen wird. 
  • Die gut durchgeweichten Brötchen gründlich ausdrücken und zusammen mit den Zwiebeln, den Kräutern und einem Ei in einer Schüssel sorgfältig durchkneten. Mit Salz, Pfeffer und frisch geriebener Muskatnuss abschmecken. Anschließend das Mehl unterkneten und mit den Händen Klöße formen. Die Semmelknödel dann im kochenden Salzwasser etwa 20 Minuten garen, bis sie aufschwimmen.

Das "Drei-Generationen-Mittagsgericht".

Samstag, 13. Juni 2026

Zitronenherzen

Im letzten Jahr waren Zitronenherzen in den Familien unserer Kinder der große Renner. Von allen Seiten höre ich begeisterte Kommentare über diese Mürbeteigplätzchen. Auch ich war begeistert, als ich neulich eines davon erhaschte, bevor die Bande der Enkelkinder sie komplett vernaschte. Leider vergas ich bei dem Besuch nach dem Rezept zu fragen. So musste ich mich auf meinen Geschmackssinn verlassen. Als Basis verwende ich ein bewährtes Mürbeteigrezept und ersetze einen Teil der Butter durch Lemon Curd. Und rühre die Zuckerglasur mit etwas Zitronensaft an.

Zutaten
200 g Dinkelmehl Type 630
60 g Margarine/Butter
40 g Lemon Curd
60 g Zucker
1 Prise Salz 
1 Ei Größe M
Puderzucker und Zitronensaft für die Glasur

Zubereitung

  • Die Zutaten für den Mürbeteig in eine Schüssel geben und zügig durchkneten. Den Teig zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie einwickeln und für eine Stunde in den Kühlschrank legen.
  • Den Backofen auf 160 °C Umluft vorheizen und zwei Backbleche mit Backpapier auslegen.
  • Den Teig aus dem Kühlschrank kurz geschmeidig durchkneten und auf einer bemehlten Arbeitsfläche den Teig etwa 0,5 cm dick ausrollen. Die Kekse ausstechen und mit etwas Abstand auf die mit Backpapier vorbereiteten Bleche verteilen.
  • Bei 160 °C Umluft in den vorgeheizten Backofen für etwa 10 Minuten backen. 
  • In der Zwischenzeit aus Puderzucker und einem Spritzer Zitronensaft eine Glasur anrühren.
  • Die fertig gebackenen Herzen mit der Zitronenglasur bestreichen.

 das Ergebnis sind 20 Zitronenherzen...

...und 10 Kullerherzen mit Marmellata die Limoni

Sonntag, 7. Juni 2026

Trümmertorte mit Erdbeeren

Dieses Rezept habe ich aus unserem letzten Urlaub an der Nordseeküste mitgebracht. Es stammt aus einem Gastro-Guide, den wir in unserer Ferienwohnung gefunden haben. Die Trümmertorte ist eine typische Spezialität aus Nordfriesland. Da die Anleitung im Heft etwas knapp ausfiel, habe ich sie leicht angepasst und überarbeitet. Selbstverständlich verwende ich für die Füllung frische Erdbeeren aus der Region. So kann ich gleichzeitig die Familientradition fortsetzen, nach der es für um Pfingsten geborene Geburtstagskinder immer eine Erdbeertorte mit frischen Früchten gibt. Es eignen sich aber auch andere Beeren oder Früchte aus dem Glas. Ein Beispiel sind Sauerkirschen, die man jedoch vorher abgießen sollte. Je nach Saison oder Geschmack. Weil man für die Trümmertorte zwei Böden benötigt und mir leider eine zweite Springform (26 cm Durchmesser) fehlt, nutze ich einen Tortenring.


"Küstliche" Rezeptvorschläge aus Nordfriesland


Zutaten für den Teig
100 g weiche Butter
125 g Zucker
2 TL Vanillezucker
1 Prise Salz
4 Eigelbe Größe L
150 g Weizenmehl Type 405
½ Tütchen Backpulver
Fett und Paniermehl zum Ausstreuen

Zutaten für den Belag
4 Eiweiße Größe L
180 g Zucker
100 g gehobelte Mandeln

Zutaten für die Füllung

400 ml Sahne mit 35% Fettgehalt
2 TL Vanillezucker
500 g frische Erdbeeren

Zubereitung

  • Die Eier trennen und die Eigelbe kurz beiseitelegen. Die Eiweiße steif schlagen und dabei nach und nach den Zucker einrieseln lassen, bis sich dieser vollständig aufgelöst hat und eine feste, glänzende Masse entsteht. Den Eischnee anschließend für eine kurze Weile in den Kühlschrank stellen.
  • Den Backofen auf 160 °C Umluft vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Außerdem eine Springform mit 26 Zentimetern Durchmesser, ebenso wie einen Tortenring in der gleichen Größe, einfetten und mit Paniermehl ausstreuen.
  • Als Nächstes geht es mit dem Rührteig weiter. Dafür zunächst aus der Butter, den beiden Zuckersorten und einer Prise Salz eine cremige Masse schlagen. Anschließend die Eidotter nacheinander unterrühren. Das Mehl mit dem Backpulver vermengen, in die Schüssel sieben und zügig zu einem geschmeidigen Teig rühren. 
  • Den Tortenring auf das mit Backpapier ausgelegte Blech stellen. Die Springform auf ein zweites Backblech stellen. Den Rührteig zu gleichen Teilen in die vorbereiteten Formen füllen, glatt streichen. Jeweils die Hälfte der Baisermasse auf dem Rührteig verstreichen.
  • Dann die Bleche für etwa 30 Minuten bei 160 °C in den Ofen schieben. 
  • In der Zwischenzeit die Erdbeeren abwaschen, den Blütenansatz entfernen und sie vorsichtig trocken tupfen. Anschließend die Sahne mit dem Vanillezucker steif schlagen. 
  • Nach dem Backen die Böden abkühlen lassen. Den Boden, der für Oben vorgesehen ist, aus der Springform lösen und vorsichtig in zwölf Segmente schneiden. Auf den unteren Boden im Tortenring die Sahne und die Früchte verteilen. Darauf die zugeschnittenen Segmente setzen und anschließend den Tortenring vorsichtig entfernen und den Rand mit den gehobelten Mandeln verzieren.


Ein paar übrig gebliebenen Erdbeeren wurden als Verzierung oben drauf gesetzt.


Fazit: Die kleine Torte, die ich zum Testen in einer 22er-Springform gebacken hatte, war ratzfatz verputzt. Bei den Testessern aus der Nachbarschaft kam sie sehr gut an. Ihr einziger Kritikpunkt war die zu geringe Menge.


Samstag, 30. Mai 2026

Éclairs mit Erdbeersahne

Auf dem Heimweg von einem Wochenendausflug mit dem Fahrrad radelten wir durch die Maria-Luisen-Straße. Dabei fiel uns das Éclairs-Haus auf. Leider hatte es bereits geschlossen. Später daheim konnte ich mir das Angebot im Internet näher betrachten und bekam Lust, selbst einmal welche zu backen. Weil ich jedoch keine große Lust verspürte, eine Vanillecreme anzurühren, bereitete ich stattdessen eine Erdbeersahne zu, mit der ich die Liebesknochen füllte. Anschließend kam noch eine Glasur aus Zartbitterschokoladen oben drauf. Zum Abschluss tauchte ich noch ein paar Erdbeeren in die Kuvertüre und setzte sie als i-Tüpfelchen auf die Éclairs.

Zutaten für den Brandteig
250 ml Wasser
125 g Butter
125 g Weizenmehl Type 405
4 EL Speisestärke
4 Eier Größe M
1 Prise Zucker
1 Prise Salz

Zutaten für die Füllung
200 ml Schlagsahne 35% Fett
250 g frische Erdbeeren
80 g Zucker
Zartbitterkuvertüre zum Bestreichen

Zubereitung
  • Die Erdbeeren abspülen, trocken tupfen und den Blütenansatz entfernen. Ein paar Früchte für die Verzierung beiseitelegen. Die restlichen Beeren mit einer Gabel grob zerdrücken. Den Backofen auf 200 °C Ober- und Unterhitze (180 °C Umluft) vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.
  • Das Wasser, je eine Prise Salz und Zucker sowie die Butter in einem Topf kurz aufkochen.
  • Den Topf vom Herd nehmen und das Mehl mit der Speisestärke auf einmal hineinrühren.
  • Erneut den Topf auf den Herd stellen und den Teig bei geringer Hitze mit einem Kochlöffel so lange rühren, bis er sich als Kloß vom Topfboden löst und ein weißer Belag am Boden entsteht.
  • Den Topf abermals von der warmen Herdplatte nehmen und ein Ei unterrühren. Erst das nächste Ei hineingeben, wenn der Teig wieder glatt und geschmeidig ist. Der Teig ist fertig, wenn er glänzt und schwer vom Löffel fällt.
  • Anschließend den Teig in einen Spritzbeutel mit großer Sterntülle füllen und acht Zentimeter lange Teiglinge auf dem vorbereiteten Backblech spritzen.
  • Die Éclairs für etwa 30 Minuten im mittleren Einschub des auf 200 °C Ober- und Unterhitze (180 °C Umluft) vorgeheizten Ofens goldbraun backen.
  • In der Zwischenzeit die Sahne mit dem Zucker steif schlagen und das Erdbeermus unterrühren. Anschließend die Erdbeersahne in einen Spritzbeutel mit Sterntülle füllen.
  • Die Zartbitterkuvertüre in kleine Stücke brechen und über einem warmen Wasserbad schmelzen.
  • Nach dem Abkühlen die Éclairs der Länge nach halbieren. Die obere Hälfte mit der Zartbitterschokolade glasieren. Das Unterteil mit der Erdbeersahne befüllen. Anschließend das Oberteil draufsetzen. Zum Schluss als kleines i-Tüpfelchen eine Erdbeere in die Schokoladenglasur tauchen und auf die Éclairs setzen.






Sonntag, 24. Mai 2026

Piña Colada Milchreis

Ich liebe Ananas. Aber sie muss auch richtig reif sein. Wenn mein Appetit auf die Frucht wieder übermächtig wird, versuche ich, am Obststand auf dem Wochenmarkt oder im Supermarkt mithilfe meiner Nase eine reife Ananas zu erschnuppern. Neulich hatte ich Glück und wurde fündig. Ich habe auch schon einen Plan, wozu ich sie verwenden möchte. Für eine Süßspeise mit karibischer Geschmacksnote. Milchreis mit Kokosmilch harmoniert hervorragend mit der Südfrucht. Als kleine Besonderheit karamellisiere ich die klein geschnittenen Ananasstücke in einer Pfanne und gebe sie anschließend über den Reis. Das Gericht kann man warm oder kalt servieren. Es eignet sich als vollwertige Mahlzeit oder als kleiner Snack zwischendurch.

Zutaten
1 EL Kokosöl zum Anschwitzen
100 g Milchreis
400 ml Kokosmilch
2 TL Zucker
1 Bio-Limette
1 Ananas
1 EL Kokosflocken

Zubereitung
  • Die Limette abspülen, abtrocknen und die Schale abreiben.
  • Die Ananas großzügig schälen, in Spalten schneiden, den holzigen Mittelstrunk entfernen und in Stücke schneiden.
  • Den Reis in Kokosöl anschwitzen und mit Kokosmilch ablöschen.
  • Den Zucker zugeben und unter ständigem Rühren kurz aufkochen lassen.
  • Den Topf auf ein anderes Kochfeld stellen und den Reis bei geringer Hitze 30 Minuten lang unter regelmäßigem Umrühren ziehen lassen.
  • Mit etwas Limettenabrieb und einem Spritzer Saft abschmecken.
  • Die Ananasstücke in einer Pfanne karamellisieren.
  • Zum Servieren Ananasstücke darüber geben und mit Kokosflocken bestreuen.

nur nichts anbrennen lassen
für den großen Hunger...

..oder als kleiner Snack zwischendurch

Sonntag, 17. Mai 2026

Schoko-Rum-Kuchen

Nein, dieser Kuchen ist nichts für Kinder. Auch wenn sich der Alkohol beim Backen verflüchtigen sollte, trifft dieser Kuchen eher den Geschmack von Erwachsenen als den der kleinen Leckermäuler. Eigentlich dient er mir als Basis für Rumkugeln, aber auch ohne Weiterverarbeitung ist er für den Genuss an der Kaffeetafel durchaus geeignet.

Zutaten
100 g Schokolade mit 81% Kakaoanteil
1 Vanilleschote
2 Eier Größe L
125 g Zucker
1 Prise Salz
125 g Margarine/Butter
60 ml Rum
125 g Weizenmehl Type 405
1 TL Backpulver
Fett und Paniermehl zum Ausstreuen der Form

Zubereitung
  • Eine Backform einfetten und mit Paniermehl ausstreuen. Den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze (160 °C Umluft) vorheizen. 
  • Zunächst die Schokolade fein raspeln. Anschließend die Vanilleschote der Länge nach einschneiden und mit dem Messerrücken das Mark auskratzen.
  • In einer Rührschüssel den Zucker zusammen mit dem Salz und den Eiern schaumig schlagen. Dann die Butter und das Vanillemark unterrühren. Als Nächstes die geraspelte Schokolade und anschließend den Rum unter den Teig rühren. Als Letztes wird das Mehl mit dem Backpulver vermengt, in die Schüssel gesiebt und zügig untergearbeitet. 
  • Den Teig in die vorbereitete Form füllen und im mittleren Einschub des vorgeheizten Backofens für 50 Minuten bei 180 °C Ober- und Unterhitze (160 °C Umluft) backen.


Daraus entstehen nun keine Rumkugeln mehr.

Sonntag, 10. Mai 2026

Lemon-Thumbprint-Cookies

Anfang des Jahres gab es Thumbprint-Cookies mit einer zartschmelzenden Karamellfüllung bereits schon einmal. Doch wenn die Sonne warm vom Himmel lacht, ist eine frische Geschmacksnote von Zitronen besser geeignet. Darum gibt es nun die Mürbeteigplätzchen mit einer Füllung aus Lemon Curd. Selbstverständlich verwende ich aus hygienischen Gründen erneut die Rückseite unseres bewährten Cocktailstößels, um perfekte Mulden in die Plätzchen zu drücken.

Zutaten
125 g weiche Butter/Margarine
60 g Zucker
1 Prise Salz 
1 Eigelb Größe M
200 g Dinkelmehl Type 630
½ TL Backpulver 
Marmellata di Limoni für die Füllung

Zubereitung
  • Die Butter mit dem Zucker und einer Prise Salz in eine Schüssel geben und cremig rühren. Anschließend das Eigelb unterrühren. 
  • Das Mehl mit dem Backpulver vermengen, über den Teig sieben und alles kurz durchkneten.
  • Den Teigkloß in Frischhaltefolie wickeln und für eine Stunde in den Kühlschrank legen.
  • Den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze (Umluft 160 °C) vorheizen.
  • Aus dem Teig walnussgroße Kugeln formen und mit dem Daumen oder einem ähnlichen Gegenstand kleine Vertiefungen hineindrücken.  Die Mulden mit Lemon Curd füllen.
  • Die Plätzchen gleichmäßig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech verteilen und im mittleren Einschub für 10 Minuten im vorgeheizten Backofen bei 180 °C Ober- und Unterhitze (160 °C Umluft) backen.


herrlich zitronig