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Donnerstag, 20. Juni 2024

Hellbrooker Sottjes

Unter den Top 10 in der Statistik bei den Aufrufen zu meinem Foodblog gehören die Beiträge »Schoko-Sahne-Rollen« bzw. »Schlotfeger«. Was natürlich etwas an meiner Eitelkeit kitzelt ;). Um die Klickzahlen noch weiter zu steigern, habe ich mir eine neue Geschmacksvariante einfallen lassen. Aus den Schornsteinen auf den Dächern quillt nicht immer nur weißer Rauch, sondern er ist auch öfters schmutzigbraun. Um den Effekt nachzubilden versetzte ich der Schlagsahne für die Füllung etwas Lakritzpulver. Das gibt den gewünschten Farbton und überrascht mit einer besonderen Geschmacksnote.
Zu Erklärung des Namens »Hellbrooker Sottjes«: Im Nachbarstadtteil befand sich die ehemalige Konditorei Salü, bei der ich die letzten Schlotfeger gekauft habe. Sie befand sich in der »Hellbrook« Straße. »Sottjes« ist der plattdeutsche Name für einen Schornsteinfeger. Heute befindet sich in der alten Konditorei ein beliebtes Café. Dort gibt es zwar leckeren selbstgebackenen Kuchen aber leider keine Schoko-Sahne-Rollen ;(

Zutaten für den Hippenteig
70 g Weizenmehl Type 405
70 g Puderzucker
80 g Sahne

Zutaten für den Überzug und die Füllung

100 g Schokolade mit 72% Kakaoanteil (oder Zartbitter Kuvertüre)
1 TL Lakritzpulver
200 g Sahne
1 TL Vanillezucker

Zubereitung

  • Einen Bogen Backpapier in vier Teile zerschneiden und auf jedes Teil einen Kreis von 12,5 cm Durchmesser zeichnen. Den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
  • Das Mehl mit dem Puderzucker vermengen und in eine Schüssel sieben. Sahne mit in die Schüssel geben und zu einer cremigen Masse rühren. Je eine Portion der Masse auf einen  der vorbereiteten Backpapierbögen auftragen und im vorgezeichneten Kreis verstreichen.
  • Die Bögen vorsichtig auf ein Backblech legen und es dann in den mittleren Einschub des vorgeheizten Backofens schieben. Bei 180 °C Ober- und Unterhitze knapp 10 Minuten backen.
  • Einen Teigling aus dem Backofen holen, vom Backpapier lösen und zügig um eine Holz- oder Metallrolle (2,5 cm Durchmesser) wickeln. Zum Abkühlen die Teigröhrchen vorsichtig von der Rolle abziehen. Den Vorgang mit den anderen Teiglingen wiederholen.
  • Die Schokolade kleinbrechen und über einem warmen Wasserbad schmelzen. Die Teigröllchen von außen mit der flüssigen Schokolade bestreichen und zum Abkühlen auf ein Kuchengitter abstellen.
  • Die Sahne mit dem Vanillezucker und dem Lakritzpulver steif schlagen, in einen Spritzbeutel füllen und damit die Schokoröllchen befüllen.

aus den Zutaten wurden vier Hellbrooker Sottjes

Fazit: auch wenn die Farbe der Sahne auf dem Foto es nicht vermuten lässt, sie schmeckte angenehm nach Lakritz. Die Menge war gut bemessen.

Beim Überziehen mit Kuvertüre bemesse ich die Schokolade immer großzügig. Dann ist es einfacher das Kleingebäck oder andere Dinge damit zu überziehen. Wenn noch etwas nachbleibt, tauche gerne kleine Obststücke in die restliche flüssige Kuvertüre.

Aktuell bieten sich frische Erdbeeren dazu an.

Montag, 28. August 2023

Nussecken

Große Küchenmaschine oder kompaktes Handrührgerät? Wir verfügen in unserer Küchenausstattung über Beides. Bei meinen Backexperimenten mit eher kleinen Mengen, bevorzuge ich den Handmixer. Wegen seiner versetzten, ineinander laufenden Schneebesen und seinen Knethaken mit gegenläufigen Spiralen, liefert er bessere Ergebnisse als der große Bruder. Dafür sind dann meistens meine Hände gebunden. Während das Standgerät seine Arbeit alleine verrichtet und ich mich anderen Dingen widmen kann. Aber manchmal mache ich mir auch selber die Hände schmutzig und knete den Teig mit den Fingern. Wie aktuell beim Mürbeteig für die Nussecken. Leider ist es kein Rezept für Nussallergiker, auf die ich sonst Rücksicht nehme.
Es gibt keine Erklärung dafür warum ich eine Aversion gegen Aprikosen habe. Mag sein dass mich die pelzige Schale abschreckt, wenn ich in die Frucht beiße. Weshalb ich auch Nektarinen Pfirsiche vorziehe. Aber als Marmelade? Trotzdem verzichte ich bei den Nussecken darauf und greife lieber zu meinem selbstgemachten Orangengelee. Das gibt dem Kleingebäck noch einmal eine persönliche Note und hebt sich von den anderen Rezepten im Netz etwas ab.

Zutaten für den Mürbeteig
150 g weiche Butter
100 g feiner Zucker
1 TL Vanillezucker
eine Prise Salz
1 Eigelb Größe M
300 g Dinkelmehl Typ 630

Zutaten für den Belag
200 g Orangengelee
175 g Butter
130 g Zucker
1 EL Vanillezucker
4 cl Wasser
200 g gemahlene Haselnusskerne
200 g gehackte Haselnusskerne
200 g Zartbitterkuvertüre den Überzug

Zubereitung
  • Die Butter mit dem Zucker und einer Prise Salz cremig schlagen. Anschließend das Eigelb und einen Teelöffel Vanillezucker unterrühren. Nun das Mehl darüber sieben und zügig zu einem geschmeidigen Teig kneten, bevor der Teigkloß in Frischhaltefolie eingewickelt für 30 Minuten in den Kühlschrank kommt.
  • Währenddessen die Butter mit dem Wasser in einem Topf zerlassen. Beide Zuckerarten zugeben, kurz aufkochen lassen bis sich alles aufgelöst hat. Nun die Haselnusskerne zugeben und kräftig Rühren bis eine homogene Masse entstanden ist. Den Topf vom Herd nehmen.
  • Jetzt schon mal das Backblech aus dem Ofen nehmen und den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
  • Die Arbeitsfläche mit einem Bogen Backpapier auslegen. Den Mürbeteig mit den Händen durchkneten bis er geschmeidig ist. Nun lässt er sich leicht auf dem Backpapier zu einem Rechteck (20 cm x 30 cm) ausrollen. Zunächst wird er mit dem Orangengelee bestrichen und anschließend die Nussmasse aufgetragen.
  • Jetzt das Blech für etwa 25 Minuten bei 180 °C Ober- und Unterhitze in den mittleren Einschub des Backofens. Wenn der gewünschte Bräunungsgrad erreicht ist kommt, das Gebäck zum Abkühlen wieder heraus.
  • Die Zeit wird sinnvoll genutzt, um die Kuvertüre in kleine Stücke zu brechen und dann in einem warmen Wasserbad zu schmelzen.
  • Nachdem der Nusskuchen ausreichend abgekühlt ist, lassen sich daraus die typischen Dreiecke schneiden und gleich anschließend die Ecken in der geschmolzenen Kuvertüre eintauchen. Danach kommen sie zur Abkühlung auf ein Kuchengitter.

erster Versuch

Freitag, 19. November 2021

Puddingschnitten

Wie bereits in der Einleitung zu den Punschschnitten erwähnt, sind meine mir angetraute Küchenfee und ich beim Stöbern in unseren Kindheitserinnerungen auch auf Puddingschnitten gestoßen. Im Gegensatz zu den Punschschnitten bestehen der Teigboden sowie der –Deckel aus Blätterteig. Dazwischen kommt eine etwa 4 cm dicke Schicht aus Vanillepudding. Für den ersten Versuch lag mein Focus auf die Zubereitung der Schnitten. Mich beschäftigte die Frage: wie bekommt man den Pudding "unfallfrei" zwischen die Teigböden? Darum habe ich auf backfertigen Blätterteig und Tüten-Pudding zurückgegriffen. Für meinen Plan brauchte ich eine rechteckige Form oder Dose in die ich den Pudding gießen konnte. Eine Keksdose für "Hamburger Braune Kuchen" hatte die passenden Maße (12,5 cm x 16,5 cm) für den ersten Versuch. Damit auch sichergestellt ist, dass nichts ausläuft habe ich sie zusätzlich innen mit Alufolie ausgekleidet.

die passende Keksdose wurde noch mit Alufolie ausgekleidet

Zutaten

1 Packung backfertigen Blätterteig (275 g)
2 Tüten Puddingpulver Vanille
750 ml Milch
80 g Zucker
Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung
Den Blätterteig auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech ausbreiten und in passende Rechtecke für die fertigen Schnitten schneiden. Weil die Teiglinge beim Backen schrumpfen muss man sie etwas größer schneiden. Dann die Teigböden mit einer Gabel einstechen, damit sie sich nicht zu sehr aufblähen. Für meine Keksdose habe ich 12 Rechtecke zurecht geschnitten.


Dann die Teiglinge im mittleren Einschub des vorgeheizten Backofens nach Packungsangaben (10 Minuten bei 220 °C Ober- und Unterhitze) goldbraun backen. Danach können sie zum Abkühlen bei Seite gestellt werden.

In der Zwischenzeit den Pudding nach Packungsangaben anrühren. Damit die Puddingmasse mehr Festigkeit erhält, rührt man sie nur mit 750 ml Milch an. Nach dem Kochvorgang den Pudding etwas abkühlen lassen.


In die vorbereitete Keksdose sechs fertige Teigböden einlegen, die noch flüssige Puddingmasse eingießen und mit den restlichen sechs Teigböden abdecken. Danach die Dose zum Abkühlen bei Seite stellen, bis die Puddingmasse ihre endgültige Festigkeit erreicht hat.

Beim ersten Backvorgang der Böden habe ich die Teiglinge nicht mit der Gabel eingestochen. Das Ergebnis waren dicke aufgeblähte Rechtecke, die ich dann nicht verwendet habe. Zum Glück reichte der restliche Blätterteig noch für einen zweiten Versuch.

die Missgeschicke werden später vernascht

Wenn der Pudding die nötige Festigkeit hat kann er vorsichtig aus der Form gestürzt und mit einem Messer geschnitten werden. Zum Abschluss werden die Puddingschnitten noch mit einer Schicht Puderzucker bestäubt.

Vanillepudding einmal anders

Fazit: die Puddingschnitten sollten möglichst frisch verzehrt werden. Nach einem Tag in unserem Kühlschrank fingen sie an sich aufzulösen.

Dienstag, 2. November 2021

Punschschnitten

Als ich mit meiner mir angetrauten Küchenfee darüber sprach einmal Rumkugeln aus Kuchenresten zu "backen", erinnerten wir uns auch an andere "Teile" aus unserer Kinderzeit. Mir kamen dabei sofort die Punschschnitten in den Sinn, die es bei unserem kleinen Krämerladen gegenüber gab. Die waren ihr unbekannt. Bei meiner Beschreibung, fielen ihr sofort die Puddingschnitten ein von der sie nie genug bekommen konnte. Schon hatte ich wieder zwei Ideen für meine Rezeptsammlung. Während die Zubereitung der Puddingschnitten recht simpel ist, einfach einen Klacks Vanillepudding zwischen zwei Scheiben gebackenen Blätterteig schmieren, fiel es mir schwer das passende Rezept für Punschschnitten im Netz zu finden, dass zu meiner Kindheitserinnerung passt. Wenn ich mich zurück besinne bestand sie aus zwei Mürbeteigböden zwischen die eine Masse aus schokoladigen Kuchenresten, ähnlich wie bei den Rumkugeln, geschichtet wurde und mit einer rosa Zuckerglasur überzogen war. Die Restemasse war der Füllung von Rumkugeln sehr ähnlich. Neben Rührkuchenresten waren nach meiner Erinnerung auch etwas gröbere Stücke von Hefeteiggebäck mit in der Masse. Weil ich nichts Passendes im Netz fand, versuchte ich das Rezept meiner Rumkugeln als Basis für die Punschfüllung verwenden. Weil zu einem Punsch nicht nur Rum gehört, sondern auch Rotwein, kommt als Rührkuchenrest "Astrids Rotweinkuchen" in die Masse. Zu einem Punsch gehört auch eine Prise Zimt. Daher kamen noch zwei alte Franzbrötchen vom Vortag mit in die Resteverwertung. Als fruchtige Note versiegele ich die Teigböden mit meinem Orangengelee. Soweit die Theorie, nun geht's an die Praxis.

1. Mürbeteigböden
Zutaten
1 Prise Salz
50 g Zucker
100 g weiche Butter
150 g Mehl Type 405

Zubereitung

  • Die Butter, den Zucker und eine Prise Salz mit einem Rührgerät cremig rühren.
  • Das Mehl in die Rührschüssel sieben und mit dem Knethaken des Rührgeräts zügig zu einem geschmeidigen Teig kneten.
  • Den Teig zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolien einwickeln und für eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
  • Auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem Rechteck (18 cm x 36 cm) ausrollen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes  Backblech heben. (den Teigboden auf dem Nudelholz auf- und auf dem Backblech wieder abwickeln). Auf dem Backblech in zwei Quadrate von 18 cm Kantenlänge schneiden
  • Im mittleren Einschub des vorgeheizten Backofens die Böden bei 180 °C für etwa 15 Minuten goldgelb backen.

2. Punschfüllung

die Basis für die Füllung
Zutaten
750 g Rotweinkuchen
2 Franzbrötchen
100 ml Rum
Rum oder Rumaroma zum Abschmecken

Zubereitung

  • Die Franzbrötchen in kleine Würfel schneiden, zusammen mit dem Rum in eine Rührschüssel geben und mit den Händen durchmanschen.
  • Anschließend den Rotweinkuchen hineinbröseln,  und mit den Händen zu einen homogenen Teig kneten. Nach Bedarf noch mit Rum oder Rumaroma abschmecken. Gut abgedeckt noch für 30 Minuten ziehen lassen.

3. Überzug und Endmontage
Weitere Zutaten
2 EL Orangengelee
300 g Puderzucker
2 EL Johannesbeersaft




Zubereitung
  1. Den durchgesiebten Puderzucker mit dem Johannesbeersaft zu einer geschmeidigen Glasur verrühren und den oberen Teigboden damit gleichmäßig überziehen.
  2. Das Orangengelee in einem Topf bei milder Hitze schmelzen und den unteren Mürbeteigboden damit einpinseln.
  3. Auf dem Boden dann eine etwa  4 cm dicke Schicht der Punschmasse gleichmäßig auftragen.
  4. Bevor der obere Mürbeteigboden aufgelegt wird, die Punschmasse noch einmal mit dem Gelee einstreichen.
  5. Mit einem scharfen Messer den Kuchen in kleine Rechtecke aufteilen.

schmeckt wie früher vom Krämer gegenüber

Fazit: die Füllung gefiel mir deutlich besser als bei meinen ersten Rumkugeln, weil sie nicht ganz so kompakt und mächtig war. Beim Mürbeteigboden bin ich sehr zufrieden mit dem 1-2-3-Rezept (ein Teil Zucker, zwei Teile Butter und drei Teile Mehl). Als Plätzchenrezept kann man ihn mit Backpulver versehen und mit unterschiedlichen Aromen (Zitronenabrieb, Kardamom, Zimt etc.) anreichern. Der Rotweinkuchen mit den gehackten Schokoladenstücken und dem Rotwein, verfügte über eine angenehme feuchte Krume. Außer dem Rum brauchte ich weder Butter noch geschmolzene Schokolade hinzufügen. Die restliche Füllung, die übrig blieb, wurde zu drei Rumkugeln 2.0 "upgecycelt". Mein abschließendes Urteil: Punktlandung – genauso haben die Punschschnitten von unserem Krämer vor über 50 Jahren geschmeckt, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt.



Sonntag, 20. Juni 2021

Rumkugeln

Ein Projekt, das ich schon lange vor mir her schiebe, sind Rumkugeln. Nicht die kleinen Pralinen, sondern die großen wie vom Bäcker. Das Problem ist eine bestimmte Zutat. Es gehören Reste vom Rührkuchen dazu. Dumm nur, dass bei mir kein Kuchen übrig bleibt. Bevor er alt und trocken wird, habe ich ihn schon längst selber aufgegessen. Daher habe ich streng darüber gewacht, dass von  dem Marmorkuchen der letzten Woche noch die Hälfte übrig bleibt. Was mir auch gelungen ist und ich jetzt endlich mit dem Rumkugelprojekt loslegen kann.


Zutaten
500 g Reste von einem Rührkuchen
2 EL Backkakao
70 ml Rum
150 g Schokolade 70 % Kakaoanteil
40 g Butter
Schokostreusel für die Umhüllung

Zubereitung
  • Die Reste vom Rührkuchen mit einem Schnellmixstab in einer Schüssel fein zerbröseln. Dann den Kakao mit den Rum untermengen und alles etwa 20 Minuten ziehen lassen.
  • In der Zwischenzeit die Schokostreusel in einen tiefen Teller bereitstellen, sowie die Schokolade in grobe Stücke brechen und mit der Butter in einem warmen Wasserbad schmelzen.
  • Dann die Schokoladenmasse mit den durchgeweichten Bröseln zu einem homogenen Teig kneten und eventuell noch mit Rum oder Rumaroma abschmecken.
  • Kleine Portionen vom Teig mit den Händen zu Kugeln mit einem Durchmesser von etwa 5 cm formen. Vor dem ersten und zwischen den weiteren Durchgängen die Hände mit kaltem Wasser abspülen aber nicht abtrocknen. So bleiben die Hände ein wenig sauberer und an den feuchten Kugeln bleiben mehr Streusel kleben.
  • Zum Abschluss die Kugeln gleichmäßig in den Streuseln wälzen.

Die Menge ergab sechs Rumkugeln zu je 134 g

Fazit: für den ersten Versuch sehr gut gelungenen. Allenfalls an der Konsistenz könnte ich noch etwas verbessern.

Donnerstag, 27. August 2020

Schweineohren

Schon als Kind habe ich die Schweinsohren geliebt. Neben den Amerikanern und Hanseaten zählten auch die Schweinsohren zu den von mir geliebten Groschenstücken. Weil man bequem mit der Hand essen konnte ohne Kuchengabel oder -Löffel benutzen zu müssen, gehörten die handlichen Gebäckstücke zu meinen bevorzugten Kuchenstücken.
Nachdem es mit dem Backen der Blätterteigschleifen so gut geklappt hat, kann ich mir auch ein paar Schweineohren selber in den Ofen schieben. Da ich  vor knapp 14 Tagen eine ausreichend große Menge vom Blätterteig nachbehalten habe, den zunächst eingefroren habe, brauche ich ihn für die Schweineohren nur noch aufzutauen.

Zutaten
500 g Blätterteig
300 g Zucker
200 g Zartbitter Kuvertüre

Zubereitung
Die Arbeitsfläche statt mit Mehl mit Zucker bestreuen. Den Blätterteig darauf zu einem 30 cm x 60 cm großen Rechteck ausrollen und mit Zucker bestreuen. Von der schmalen Seite den Teig etwa 6 cm von jeder Seite einmal einklappen und die eingeklappten Oberfläche mit Zucker bestreuen. Dann beide Seiten nochmals um 6 cm einklappen, mit Zucker bestreuen und dann noch ein drittes Mal einklappen. Zuletzt beide gefalteten Lagen übereinander legen.



 Mit einem Messer die Teigrolle in 1,5 cm dicke Scheiben schneiden und mit ausreichend Abstand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Im vorgeheizten Backofen bei 200 °C Ober- und Unterhitze im mittleren Einschub für etwa 15 Minuten goldbraun backen.

Die Kuvertüre in einem Wasserbad schmelzen.


Die Schweineohren nach dem Abkühlen mit den "Ohrläppchen" in die Kuvertüre tauchen und zum Erkalten auf ein Kuchengitter ablegen.

Nicht so groß wie aus dem Bäckerladen, dafür groß im Geschmack

Freitag, 7. Juni 2019

Bobbes

Während meiner Berufsausbildung in einer Maschinenfabrik bin ich häufig mit dem Rad zur Firma gefahren. Auf dem Rückweg führte mich mein Weg immer an dem Bäcker vorbei, in dem meine Mutter als Aushilfe im Laden bediente. An manchen Tagen, wenn grad keine Kundschaft im Laden war machte ich einen kurzen Stopp, um ein Stück Kuchen zu schnorren. Dabei hatte ich es meistens auf einer der Bobbes abgesehen, der gleich vor Ort von mir verdrückt wurde. Seit dem sind Jahrzehnte vergangen. Meine Mutter bedient jetzt die Engel. Den Laden gibt es zwar noch aber der Inhaber hat gewechselt ebenso sein Sortiment. Somit muss ich wieder einmal selber backen, um meine Sehnsüchte zu stillen. Aus den verschiedenen Rezepten aus dem Netz und aus meiner Erinnerung, habe ich mir ein eigenes zusammengeschrieben.


Zutaten für den Teig
200 g weiche Butter
100 g Zucker
1 Prise Salz
2 Eier Größe M
1 Natur Zitrone
350 g Mehl
50 g Speisestärke
1 TL Backpulver


Zutaten für die Füllung
2 cl Amaretto
100 g Marzipanrohmasse
50 g Rosinen
50 g gehobelte Mandeln
50 g Butter
Puderzucker zum Bestäuben


Zubereitung
  • Die Zitrone gut abspülen und die Schale abreiben.
  • Die Butter und den Zucker cremig rühren.
  • Nach und nach die Eier, den Zitronenabrieb und das Salz unterrühren.
  • Das Mehl mit dem Backpulver vermengen, über die Masse sieben und kurz zu einem glatten Teig kneten.
  • Den Teig zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie wickeln und für eine Stunde in den Kühlschrank stellen.
  • Den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
  • Alle Zutaten für die Füllung zu einer geschmeidigen Masse verrühren.
  • Den Mürbeteig aus dem Kühlschrank zu einem Rechteck (40 cm x 25 cm) ausrollen.
  • Die Marzipanmasse auf den Teig auftragen und von der Längsseite her aufrollen. Die Rolle in 8 cm lange Stücke schneiden und die Röllchen auf ein mit Backpapier aus gelegtes Backblech legen.
  • Die Bobbes auf der mittleren Schiene im vorgeheizten Backofen bei 180 °C Ober- und Unterhitze etwa 15 Minuten backen.
  • Das fertige Gebäck abkühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben. 

ist mir besser gelungen als das Original

Fazit: das Original von Bäckermeister Dieter F. war mir immer zu trocken. Mein "Nachbau" ist schön locker und fluffig.

Sonntag, 2. September 2018

Schlotfeger mit Marzipanteig

Lange suchte ich nach einem Rezept für meine geliebten Schoko-Sahne-Rollen aus Kindheitstagen. Einen Versuch mit Hippenteig habe ich ja bereits gebacken. Nun fand sich ein weiteres. Beim Stöbern in einem Kochbuch aus meiner Junggesellenzeit entdeckte ich die Variante mit Marzipanteig. Wie üblich halbiere ich zunächst die Zutaten für meinen ersten Backversuch:


Zutaten für den Teig
60 g Marzipan-Rohmasse
50 g Puderzucker
15 g Mehl
2 Eier
abgeriebene Schale einer halben Zitrone
40 ml Sahne

Zutaten für den Überzug und die Füllung
100 g zartbitter Kuvertüre
100 g Sahne
1 EL Vanillezucker

Zubereitung
Eier trennen, das Eigelb für andere Verwendungen in den Kühlschrank stellen. Die Marzipanrohmasse mit dem gesiebten Puderzucker, dem gesiebten Mehl, dem Eiweiß und dem Zitronenabrieb glattrühren. Die Sahne wird später hinzu gegeben. Den Teig zugedeckt über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.


Den Backofen auf 190 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Nun die Sahne unter den Marzipanteig rühren und den Teig gleichmäßig dünn aufs Backblech streichen und auf der mittleren Schiene in 3-4 Minuten hellbraun backen. Den Teig mit einem Pizzaroller in Quadrate von etwa 12 cm x 12 cm schneiden. Die Quadrate weiterbacken, bis sie knusprig braun sind.

Im noch warmen Zustand, nacheinander aus dem Ofen nehmen und zügig über eine Holzrolle oder ein Metallrohr aufrollen (Durchmesser etwa 2,5 cm). Die Röhrchen von der Rolle schieben und erkalten lassen.

Kuvertüre im Wasserbad schmelzen. Die Teigröllchen von außen mit der flüssigen Kuvertüre bestreichen und zum Abkühlen auf ein Kuchengitter legen.

Sahne und Vanillezucker in eine Schüssel geben und mit dem Handmixer steif schlagen. Die Schlagsahne in einen Spritzbeutel füllen und damit die Schokoröllchen befüllen.

Zum Geburtstags-Gedenk-Kaffee,
Schoko-Sahne-Röllchen: die zweite Variante

Donnerstag, 7. Juni 2018

Zitronen Omeletts

Es kam in meiner Kindheit nur selten vor, dass wir während eines Ausflugs in eine Konditorei eine Kaffeepause einlegten. Wenn eines dieser seltenen Ereignisse eintraf und mir der Luxus zugestanden wurde ein Sahnestück auszusuchen, fiel meine Wahl meistens auf ein Zitronenomelett. Eine Biskuittasche mit einer Zitronencremefüllung, ließ mein Kinderherz höher schlagen


Zutaten
3 Eier
80 g Zucker
1 Prise Salz
50 g Mehl
50 g Speisestärke


Zutaten für die Cremefüllung
3 Blatt weiße Gelatine
250 g Mascapone
200 g Sahne
50 g Puderzucker
1 EL Zitronensaft
1 EL Orangenlikör
abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone

 


Zubereitung
Auf einem Bogen Backpapier mit einem Bleistift Kreise von ungefähr 14 cm Durchmesser zeichnen. Anschließend das Backpapier umgedreht auf ein Backblech legen. Eier trennen. Eigelb mit Zucker schaumig rühren. Eiweiß mit dem Salz steif schlagen und unter das verquirlte Eigelb heben. Mehl und Speisestärke vermengen, über die Eimasse sieben und vorsichtig vermengen. Den Biskuitteig gleichmäßig mit einem Esslöffel in die Kreise auf dem Backpapier verteilen und im vorgeheizten Backofen bei 200°C Ober- und Unterhitze etwa 8 Minuten goldbraun backen.

Nach dem Backen auf ein bereit gelegtes Geschirrtuch stürzen. Dann vorsichtig das Backpapier entfernen. Die noch warmen Omeletts zur Hälfte  leicht falten.



Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Die Mascarpone mit dem Puder­zucker, der abgeriebenen Schale und dem Saft der Zitrone  verrühren. Die steif geschlagene Sahne mit der Mascarpone vermengen. Den Likör erhit­zen. Die Gelatine ausdrücken, darin auflösen und dann unter die Quarkmasse rühren. Creme zum Abkühlen in den Kühlschrank stellen.

Die Mascarponecreme mit Hilfe eines Spritzbeutels in die gefalteten Omeletts füllen. Zum Abschluss die Zitronen Omeletts mit Puderzucker bestäuben.


schmeckt wie in Kindheitstagen

Mittwoch, 14. März 2018

Marmorikaner

Beim Herantasten an das beste Rezept für meine Amerikaner wurde es mir zu langweilig immer nur nach der ausreichenden Menge des Backtreibmittels zu suchen. Bei den letzten Versuchen sind sie mir zu sehr aufgegangen. Auf der anderen Seite sollten sie auch noch fluffig genug sein. Ich durfte das Backpulver nicht zu drastisch reduzieren. Um zusätzlich noch ein wenig Abwechslung ins Gebäck zu bringen, habe ich sie marmoriert. Für die Versuche habe ich die Menge der Zutaten halbiert. Das reicht für sechs Stück.

Für sechs Stück reich die Hälfte. Die Zitrone wurde durch Kakao ersetzt.


Zutaten für den Rührteig
50 g weiche Buter
50 g Zucker
1 EL Vanillezucker
1 Prise Salz
1 Ei
125 g Mehl
25 g Speisestärke
6 g Backpulver
1 EL Backkakao

Zutaten für die Glasur
60 g Puderzucker
1 EL Backkakao

Zubereitung
Butter, Zucker, Vanillezucker und Salz mit dem Mixer durchrühren bis eine cremige Masse entsteht. Das Ei unterrühren. Mehl, Stärke und Backpulver vermengen, sieben und ebenfalls unterrühren. Die Hälfte des Teigs abnehmen und mit dem Backkakao verrühren.

Einen gehäuften Teelöffel weißen mit einem braunen Teig in den nassen Handflächen zu einer handtellergroßen Linse formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.


Im vorgeheizten Backofen bei 180 °C Umluft für etwa 10 Minuten auf der mittleren Schiene backen.


Einen Teil des Puderzuckers mit etwas heißem Wasser zu einer zähen Masse verrühren. Zu dem verbleibenden Teil des Puderzuckers den Kakao geben und unter Zugabe von etwas Heißem Wasser ebenfalls zu einer geschmeidigen Masse rühren.


Die plane Fläche der fertig gebackenen Amerikaner je zur Hälfte mit weißer und mit brauner Glasur bestreichen und zum Trocknen auf ein Kuchengitter legen.

noch gut fluffig trotz flacher Form

Montag, 12. März 2018

Amerikaner

Es ist eine ganze Weile her, dass ich aus dem Kolonialwarenladen meiner Oma berichtete. Damals ging es um Hanseaten, die sie für 15 Pfennig in ihrem Sortiment hatte. Gleich daneben lagen die Amerikaner für zwei Groschen (20 Pfennig). Weswegen kleine Kuchen in diesem Preissegment auch Groschenstücke genannt wurden. Anlässlich ihres 114ten Geburtstags versuche ich mich mal an diesem Kleingebäck.

Aus einer ganzen Reihe von Rezeptvorschlägen aus dem Netz entschied ich mich für eines von einer Seite eines Margarineherstellers. Um den Rezept eine persönliche Note zu verleihen, habe ich noch den Abrieb einer Zitrone mit unter den Teig gerührt. Ansonsten hielt ich mich strikt an die Zutatenliste und der Backanleitung.


Der Teig war wirklich nicht einfach mit den Händen zu einem Kegel (?) zu rollen und ich war dankbar für den Tipp mit den feuchten Fingern. Meine Kegel erinnerten eher an Halbkugeln. Weil nicht alle Esslöffel gleich groß sind, bekam ich auch nur 10 statt 12 Kugeln aus dem Teig geformt.


Beim Nachbacken von Rezepten bin ich zudem vorsichtig was die Angaben zur Backzeit betrifft. Nach zehn Minuten hatte mein Kleingebäck bereits die nötige Bräune und ich nahm sie zügig aus dem Ofen.


Den übertriebenen Abstand zwischen den Kuchen, hätte ich mir sparen können. Entgegen meinen Erwartungen waren sie nicht in die Breite gegangen, sondern in die Höhe und erinnerten mit ihrer Form eher an Brötchen.


Für die Glasur habe ich mich aus einem einfachen Zuckerguss aus Zitronensaft und Puderzucker entschieden und auf aufwendige Verzierungen verzichtet.


Entweder suche ich nach einem neuen Rezept oder ich muss sie beim nächsten Versuch mit den Händen flacher ausformen. Geschmack und Qualität sprechen für Letzteres.


Das Ausformen zu flachen Linsen brachte nur geringen Erfolg. Die Amerikaner blähten sich trotzdem zu sehr auf. Da sich auch Risse in der Kruste bilden, werde ich beim nächsten Versuch die Menge des Backpulvers verringern. Das Ergebnis des Versuchsmit den Zutaten für sechs Stück findet ihr bei meinen Marmorikanern.