Samstag, 21. Februar 2009

Notlösung

Dieses Mal gibt es keine Kochanleitung, sondern ich möchte erzählen wie ich auf die Idee gekommen bin, aus zwei beliebten Gerichten unserer Kinder, ein neues zu kreieren. Die Geschichte liegt schon einige Jahre zurück und begann damit, dass meine Frau zu einem Einkaufsbummel in die Stadt aufbrach.

"Ich gehe heute in die Stadt zum Einkaufen. Brauche dringend was zum Anziehen. Es wird länger dauern, bin wahrscheinlich vor dem späten Nachmittag nicht zurück. Kannst du den Kindern was zum Essen machen? Da ist noch Hackfleischsoße von Gestern. Wenn sie wollen, kannst du ihnen ja Spaghetti dazu machen. Es sind auch noch Pommes in der Kühltruhe, wenn sie das lieber mögen. Frag' sie, was sie essen wollen. Tschüss bis nachher" - "Äh, ja. Tschüss"

So kann's gehen! Hab' mal wieder das Ganze. Aber ich will mich nicht beklagen, es ist immer noch besser den Wochenendhausputz alleine zu erledigen und die Kinder zu hüten, als sich mit seiner Frau auf eine Einkaufs(tor)tour einzulassen. Aber das ist ein anderes Thema. Zum Glück bedeutet es selbst für mich kein großes Problem Nudeln zu kochen und die Soße dazu einfach nur aufzuwärmen. Und die alternative Zubereitung von Tiefkühlpommes stellt für mich auch keine große Herausforderung dar. Es sind ja im schlimmsten Fall nur zwei Töpfe die ich im Auge behalten muss, auch wenn das hart an die Grenzen meiner Multitasking-Fähigkeiten geht.


Es lief mir alles ganz flott von der Hand und ich war pünktlich zur Mittagszeit mit dem Hausputz fertig. So ging ich ins Kinderzimmer und fragte: " Na Jungs? Was soll ich euch zum Mittag machen, Spaghetti mit Hacksoße oder Pommes?" "Ich will Pommes", sagte der Kleine gleich. "Ich will aber Spaghetti", erwiderte der Große trotzig. Meine Beschwichtigungen und Überredungskünste blieben ohne Erfolg. Was nun? Wie kam ich aus der Falle wieder heraus? Dumm von mir, warum hatte ich ihnen auch zwei Gerichte zur Auswahl gestellt? Zwei Töpfe auf dem Herd und die Pommes im Backofen, wie sollte ich das koordinieren? Bevor mir was anbrannte und die Kinder mit knurrenden Mägen ihrer Mutter was vorheulten, entschloss ich mich nach kurzer Überlegung zu einem Kompromiss. Pommes mit Sauce Bolognese! Nachgefragt wurde diesmal nicht mehr. Also Pommes in den Backofen, Küchenuhr und Backofentemperatur nach der Angabe auf der Verpackung eingestellt und dann die Soße aufgewärmt. Nach wenigen Minuten war ich fertig und nichts war angebrannt. Jetzt noch schnell den Tisch decken und die Kinder rufen. Hungrig und erwartungsfroh stürmten sie in die Essdiele, blieben dann aber vor ihren Stühlen mit enttäuschten Gesichtern stehen und fragten wie aus einem Mund: "Was ist denn das, Papa?" "Pommes Bolognese", antwortet ich im strengen Ton, der keinen Widerspruch duldete. Als gutes Vorbild und selbst ganz gespannt wie mir mein Experiment gelungen war, griff ich zu Messer und Gabel und schob mir den ersten Happen in den Mund. Die Kinder hatten inzwischen Platz genommen und folgten zögerlich meinem Beispiel. Doch schon nach den ersten Bissen legten sie ihre anfänglichen Vorbehalte ab und verputzten, zu meiner großen Freude, sogar noch einen Nachschlag bis ihre Teller blitze blank und ihre Bäuche voll waren.

was dabei heraus kommen kann, wenn man es allen recht machen will

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