Dienstag, 30. Juni 2026

Rupp't Pannkoken

Wenn der Magen knurrt und der Kühlschrank leer ist, ist Fantasie gefragt. Im Kühlschrank liegt nur ein einsames kleines Würstchen. Als ich die Milchpackung schüttle, klingt es, als wäre noch ein Schluck drin. Vielleicht gerade ausreichend für einen Pfannkuchen. Außerdem finde ich einen Rest Parmesankäse in einer Frischhaltebox. Eier sind noch ausreichend vorhanden und in der Vorratsschublade finde ich eine kleine Dose Mais. Pfannkuchen mit Mais und Würstchen? Da die Zutaten nur für einen Selbstversuch reichen, gehe ich das Wagnis ein. Den Pfannkuchen bereite ich nach Art eines Kaiserschmarrens zu. Nachdem er von beiden Seiten leicht angebraten ist wird er in der Pfanne zerteilt und der Mais und die Wurststückchen dazugegeben. Mit etwas frisch geriebenem Parmesan wird das Ganze noch auf dem Herd noch einmal in der Pfanne geschwenkt.

Zutaten
1 Ei
1 Prise Salz
80 g Mehl
100 ml Milch
2 EL Dosenmais
1 kleines Wiener Würstchen
Fett zum Anbraten

Zubereitung
  • Den Mais in ein Sieb geben und abtropfen lassen und das Würstchen in kleine Stücke schneiden.
  • Das Ei trennen. Das Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen. Das Eigelb zusammen mit dem Mehl und der Milch verrühren und einige Minuten quellen lassen. Anschließend den Eischnee unterheben. 
  • Das Fett in einer Pfanne bei mittlerer Temperatur erhitzen. Den Teig in die Pfanne geben und den Pfannkuchen von beiden Seiten leicht anbraten. Dann mit dem Pfannenwender den Pfannkuchen in mundgerechte Stücke zerteilen. Den Mais und die Würstchenscheiben mit anbraten. Abschließend Parmesankäse frisch mit in die Pfanne reiben. Noch ein oder zweimal die Pfanne auf dem Herd schwenken, dann ist der "rupp't Pannkoken" fertig.
"rupp't Pannkoken"*, meine norddeutsche Interpretation des
Kaiserschmarrns, in einer herzhaften Variante.

Das schmeckt!

*)rupp't Pannkoken - zerrupfter Pfannkuchen

Samstag, 20. Juni 2026

Oma Doris Semmelknödel


Erst als unser ältester Sohn danach fragte, wurde ich wieder auf dieses alte Familienrezept aufmerksam gemacht. Es stammt ursprünglich von seiner Großmutter Dori. Sie hatte es einmal sorgfältig aufgeschrieben und ihrer Tochter übergeben. Anfangs servierte sie die Semmelknödel zusammen mit ihrem Gulasch. Später bevorzugten wir Kartoffelklöße oder Nudeln als Beilage. Auf Nachfrage haben wir unserem Sohn eine Kopie des Rezepts auf sein Handy geschickt. Es blieb nicht aus, dass er noch einige Fragen hatte. Besonders irritierte ihn dieses merkwürdige Zeichen in der Zutatenliste vor dem Mehl. Das Pfundzeichen war ihm nicht geläufig. Wir als seine Eltern mussten uns während unserer Schulzeit noch damit herumschlagen. Nachdem auch diese Frage geklärt war, plante er ein Essen im Familienkreis, zu dem wir herzlich eingeladen waren. Es gab Oma Doris Semmelknödel mit Mamas Gulasch. Für die (Ur)Enkel gab es alternativ noch Kartoffelklöße und Nudeln. Als Chronist habe ich das Rezept nun für die Nachwelt notiert.

Oma Doris Originalrezept

Zutaten
altbackene Brötchen
2 Bunde Petersilie
3 Bunde Schnittlauch
2 Zwiebeln
½ TL Salz
½ frisch geriebene Muskatnuss
½ TL Pfeffer
1 Ei
500 g Mehl
Fett zum Andünsten der Zwiebeln

Zubereitung

  • Die Brötchen in Würfel schneiden und in der Milch einweichen. Die Petersilie und den Schnittlauch abspülen, trocken tupfen und kleinhacken. Die Zwiebel abpellen, in kleine Würfel schneiden und zusammen mit den gehackten Kräutern bei mittlerer Hitze goldbraun anrösten. Anschließend aus der Pfanne auf ein Küchenkrepp ablegen, damit das überschüssige Fett aufgesogen wird. 
  • Die gut durchgeweichten Brötchen gründlich ausdrücken und zusammen mit den Zwiebeln, den Kräutern und einem Ei in einer Schüssel sorgfältig durchkneten. Mit Salz, Pfeffer und frisch geriebener Muskatnuss abschmecken. Anschließend das Mehl unterkneten und mit den Händen Klöße formen. Die Semmelknödel dann im kochenden Salzwasser etwa 20 Minuten garen, bis sie aufschwimmen.

Das "Drei-Generationen-Mittagsgericht".

Samstag, 13. Juni 2026

Zitronenherzen

Im letzten Jahr waren Zitronenherzen in den Familien unserer Kinder der große Renner. Von allen Seiten höre ich begeisterte Kommentare über diese Mürbeteigplätzchen. Auch ich war begeistert, als ich neulich eines davon erhaschte, bevor die Bande der Enkelkinder sie komplett vernaschte. Leider vergas ich bei dem Besuch nach dem Rezept zu fragen. So musste ich mich auf meinen Geschmackssinn verlassen. Als Basis verwende ich ein bewährtes Mürbeteigrezept und ersetze einen Teil der Butter durch Lemon Curd. Und rühre die Zuckerglasur mit etwas Zitronensaft an.

Zutaten
200 g Dinkelmehl Type 630
60 g Margarine/Butter
40 g Lemon Curd
60 g Zucker
1 Prise Salz 
1 Ei Größe M
Puderzucker und Zitronensaft für die Glasur

Zubereitung

  • Die Zutaten für den Mürbeteig in eine Schüssel geben und zügig durchkneten. Den Teig zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie einwickeln und für eine Stunde in den Kühlschrank legen.
  • Den Backofen auf 160 °C Umluft vorheizen und zwei Backbleche mit Backpapier auslegen.
  • Den Teig aus dem Kühlschrank kurz geschmeidig durchkneten und auf einer bemehlten Arbeitsfläche den Teig etwa 0,5 cm dick ausrollen. Die Kekse ausstechen und mit etwas Abstand auf die mit Backpapier vorbereiteten Bleche verteilen.
  • Bei 160 °C Umluft in den vorgeheizten Backofen für etwa 10 Minuten backen. 
  • In der Zwischenzeit aus Puderzucker und einem Spritzer Zitronensaft eine Glasur anrühren.
  • Die fertig gebackenen Herzen mit der Zitronenglasur bestreichen.

 das Ergebnis sind 20 Zitronenherzen...

...und 10 Kullerherzen mit Marmellata die Limoni

Sonntag, 7. Juni 2026

Trümmertorte mit Erdbeeren

Dieses Rezept habe ich aus unserem letzten Urlaub an der Nordseeküste mitgebracht. Es stammt aus einem Gastro-Guide, den wir in unserer Ferienwohnung gefunden haben. Die Trümmertorte ist eine typische Spezialität aus Nordfriesland. Da die Anleitung im Heft etwas knapp ausfiel, habe ich sie leicht angepasst und überarbeitet. Selbstverständlich verwende ich für die Füllung frische Erdbeeren aus der Region. So kann ich gleichzeitig die Familientradition fortsetzen, nach der es für um Pfingsten geborene Geburtstagskinder immer eine Erdbeertorte mit frischen Früchten gibt. Es eignen sich aber auch andere Beeren oder Früchte aus dem Glas. Ein Beispiel sind Sauerkirschen, die man jedoch vorher abgießen sollte. Je nach Saison oder Geschmack. Weil man für die Trümmertorte zwei Böden benötigt und mir leider eine zweite Springform (26 cm Durchmesser) fehlt, nutze ich einen Tortenring.


"Küstliche" Rezeptvorschläge aus Nordfriesland


Zutaten für den Teig
100 g weiche Butter
125 g Zucker
2 TL Vanillezucker
1 Prise Salz
4 Eigelbe Größe L
150 g Weizenmehl Type 405
½ Tütchen Backpulver
Fett und Paniermehl zum Ausstreuen

Zutaten für den Belag
4 Eiweiße Größe L
180 g Zucker
100 g gehobelte Mandeln

Zutaten für die Füllung

400 ml Sahne mit 35% Fettgehalt
2 TL Vanillezucker
500 g frische Erdbeeren

Zubereitung

  • Die Eier trennen und die Eigelbe kurz beiseitelegen. Die Eiweiße steif schlagen und dabei nach und nach den Zucker einrieseln lassen, bis sich dieser vollständig aufgelöst hat und eine feste, glänzende Masse entsteht. Den Eischnee anschließend für eine kurze Weile in den Kühlschrank stellen.
  • Den Backofen auf 160 °C Umluft vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Außerdem eine Springform mit 26 Zentimetern Durchmesser, ebenso wie einen Tortenring in der gleichen Größe, einfetten und mit Paniermehl ausstreuen.
  • Als Nächstes geht es mit dem Rührteig weiter. Dafür zunächst aus der Butter, den beiden Zuckersorten und einer Prise Salz eine cremige Masse schlagen. Anschließend die Eidotter nacheinander unterrühren. Das Mehl mit dem Backpulver vermengen, in die Schüssel sieben und zügig zu einem geschmeidigen Teig rühren. 
  • Den Tortenring auf das mit Backpapier ausgelegte Blech stellen. Die Springform auf ein zweites Backblech stellen. Den Rührteig zu gleichen Teilen in die vorbereiteten Formen füllen, glatt streichen. Jeweils die Hälfte der Baisermasse auf dem Rührteig verstreichen.
  • Dann die Bleche für etwa 30 Minuten bei 160 °C in den Ofen schieben. 
  • In der Zwischenzeit die Erdbeeren abwaschen, den Blütenansatz entfernen und sie vorsichtig trocken tupfen. Anschließend die Sahne mit dem Vanillezucker steif schlagen. 
  • Nach dem Backen die Böden abkühlen lassen. Den Boden, der für Oben vorgesehen ist, aus der Springform lösen und vorsichtig in zwölf Segmente schneiden. Auf den unteren Boden im Tortenring die Sahne und die Früchte verteilen. Darauf die zugeschnittenen Segmente setzen und anschließend den Tortenring vorsichtig entfernen und den Rand mit den gehobelten Mandeln verzieren.


Ein paar übrig gebliebenen Erdbeeren wurden als Verzierung oben drauf gesetzt.


Fazit: Die kleine Torte, die ich zum Testen in einer 22er-Springform gebacken hatte, war ratzfatz verputzt. Bei den Testessern aus der Nachbarschaft kam sie sehr gut an. Ihr einziger Kritikpunkt war die zu geringe Menge.